Waldbrände in Kalifornien: Zahlreiche Tote bei Bränden in Kalifornien

Auf einer Fläche von 680 Quadratkilometern brennen im Norden Kaliforniens Wälder – eine Fläche so groß wie Hamburg. Teile des Telefon- und Stromnetzes liegen brach.

Trotz des Einsatzes von mehr als 8.000 Feuerwehrleuten verschärft sich die Lage in Nordkalifornien. In den Wäldern breiten sich derzeit 22 Großfeuer aus. Betroffen ist eine Fläche von etwa 680 Quadratkilometern, also fast die Fläche von Hamburg. Die Zahl der Toten stieg auf
mindestens 23. Schätzungsweise mehr als 3.500 Häuser sind zerstört.

Die Polizei ordnete weitere Evakuierungen an. So mussten die Einwohner der Ortschaft Calistoga ihre Häuser verlassen. Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown sprach von einem der größten und gefährlichsten Brände. Es werde den US-Bundesstaat viele Milliarden Dollar kosten, sagte er.

Die Einsatzkräfte rechnen mit weiteren Opfern, denn mehrere hundert Menschen werden vermisst. Viele Gebiete sind ohne Strom und Telefonnetz, was das Auffinden von Angehörigen erschwert.

Allein 13 Menschen starben in dem sogenannten Tubbs-Feuer im Bezirk Sonoma County. Unter den Opfern ist auch eine 27-jährige Frau, die im Rollstuhl saß, wie der San Francisco Chronicle berichtete. Ihr Haus in Santa Rosa brannte ab. 

Die Brände hatten sich durch starken Wind rasch ausgebreitet. Nach Einschätzung der Feuerwehr leidet Kalifornien immer noch an den Folgen einer fünfjährigen Dürre. Weil die Vegetation trocken ist, fressen sich die Flammen besonders schnell hindurch.

Der Rauch aus den Feuergebieten stört bereits den Flugverkehr. Im knapp 90 Kilometer entfernten San Francisco wurden wegen schlechter Sicht Dutzende Flüge gestrichen. In vielen Regionen warnen die Behörden, der Rauch könne die Gesundheit anfälliger Menschen schädigen.

Die genaue Ursache der zahlreichen Feuer ist ungeklärt. Möglicherweise löste ein Sturm das Feuer aus, weil Stromleitungsmasten umstürzten.